Bald beginnt sie wieder, die närrische Zeit, die man je nach Region als Karneval, Fastnacht, Fasching, Fastelabend oder auch als "die 5. Jahreszeit" bezeichnet. Am bekanntesten ist in Deutschland wohl der Kölner Karneval und innerhalb Europas gilt der Karneval in Venedig als besonders prunkvoll und romantisch.
Doch es gibt noch viele andere Bräuche und Arten, die Fastnacht zu feiern, zum Beispiel die Alemannische Fastnacht, zu der auch der „Rappe-Chalpf-Deufel“ gehört. Er ist eine Teufelsgestalt, die in der Fastnacht erst Angst und Schrecken verbreitet und dann jedoch mit besonders saurem Wein vertrieben wird: Rappe = Rebe, chalpf = sauer, Deufel = Teufel. Er trägt ein zotteliges Fell und grüne Strumpfhosen und eine Teufelsmaske mit Widderhörnern. Ebenso lustig und gleichzeitig gefürchtet ist der „Muggedätscher“, hochdeutsch: der Mückenzerdrücker, oder die „Chruttschlämpe“, der „Gasseschlicher“ oder die „Güngeled Geischder“.
Diese Gestalten treiben dann vom 6. Januar bis zum Aschermittwoch in ihren Revieren ihr Unwesen, sorgen bei den Kleinen für Angst und Schrecken und bei den Großen für so manches böses Erwachen in den Morgenstunden. Doch gibt es keinen Grund, diese Fastnachtsgeister wirklich zu fürchten, denn natürlich verbergen sich dahinter nur ein paar lustige Gesellen. Aber so mancher hat dabei schon mal die Gelegenheit genutzt, um sich für einen früheren Scherz oder angetanen Schmerz zu rächen.
Auf diesen Seiten wollen wir Euch, Ihr lieben Narren, ein wenig von den Bräuchen der Narrenzeit berichten, die nicht so bekannt sind wie der Kölner Karneval oder der in Venedig. Vielleicht ist auch für den einen oder anderen der Ursprung und eigentliche Sinn dieser Brauches interessant: Wie einigen vielleicht schon mal aufgefallen ist, findet der Aschermittwoch immer genau 30 Tage vor dem Karfreitag statt. Diese 30 Tage sind als Fastenzeit vor Ostern bestimmt und Fasten bedeutet ja nicht immer nur, auf Fleisch zu verzichten. Jeder freiwillige Verzicht kann als Fasten bezeichnet werden. Und so soll der Fasching, Karneval oder wie auch immer noch einmal eine Gelegenheit sein, sich so richtig auszutoben und allen geistigen, körperlichen und kulinarischen Verlockungen zu erliegen, um hinterher umso besser die Fastenzeit überstehen zu können.
In diesem Sinne: Allaaaf! Hellau! Tschäädarää! Kikiriki! Wileri-Wilero! Wau-Wau, Monte Miau …